Die Apollo-Missionen

Die Crew von Apollo 12, Charles Conrad Jr., Richard F. Gordon Jr., Alan L. Bean [NAS1969i]

Apollo 12

Apollo 11 hatte bewiesen, dass Menschen auf dem Mond landen und sicher wieder zur Erde zurückkehren können. Das war auch das Hauptziel der Mission: Einen Menschen zum Mond und wieder zurück zu bringen. Um dieses Ziel nicht zu gefährden, unterlag die Mission zahlreichen Restriktionen, wie z.B. die gegenüber späteren Missionen stark eingeschränkte Auswahl möglicher Landeplätze.

Nach der erfolgreichen Rückkehr von Apollo 11 konnten solche Restriktionen nun gelockert werden, was dazu führte, dass bereits die nächste Mission, Apollo 12, noch wesentlich spektakulärer verlief als ihr Vorgänger.

Darüber hinaus landete auch Apollo 12 noch im Jahr 1969 auf dem Mond, was immer noch im gesteckten Zeitplan lag, „vor Ende des Jahrzehnts” (siehe John F. Kennedys Wortlaut im Abschnitt zu Mercury).

Die Besatzung bestand aus:

  • Charles „Pete” Conrad Jr., Commander

  • Richard F. Gordon Jr., Command Module Pilot

  • Alan L. Bean, Lunar Module Pilot

Die drei Astronauten hatten bereits im Gemini-Programm zusammengearbeit und waren gut miteinander befreundet.

Zu den Zielen von Apollo 12 gehörten zahlreiche wissenschaftliche Aufgaben, wie z.B. eine Untersuchung der 1967 auf dem Mond gelandeten Sonde Surveyor III. Dazu würde allerdings eine sehr präzise Landung am vorgesehenen Ort nötig sein, denn einen Rover hatte Apollo 12 noch nicht dabei. Doch vor der Landung auf dem Mond musste Apollo 12 erst einmal von der Erde starten, und dieser Start am 14. November 1969 war bereits spektakulär.

Eine halbe Minute nachdem sich die Saturn V vom Boden gelöst hatte, schlug ein Blitz ein, weitere 20 Sekunden später ein weiterer. Dies führte zum Ausfall mehrerer Instrumente, doch die Instrument Unit der Saturn V war unbeschädigt, dadurch flog die Rakte weiterhin völlig korrekt.

Im Erdorbit angekommen, wurden sämtliche Instrumente überprüft, mit dem Ergebnis, dass die Mission problemlos fortgesetzt werden konnte. So landete das LM „Intrepid” am 19. November 1969, 06:54:35 (UTC) im Ozean der Stürme. Und zwar so präzise, dass Surveyor III problemlos zu Fuß erreicht und untersucht werden konnte. Ein Teil der Sonde wurde zur Erde zurückgebracht, um die Auswirkungen eines mehrjährigen Aufenthalts auf dem Mond genauer untersuchen zu können. Auf den mitgebrachten Teilen wurden später Bakterien entdeckt; möglicherweise eine Verunreinigung, die bei der Rückkehr entstand. Falls diese Bakterien aber bereits beim Start von Surveyor III an Bord waren, haben sie mehr als zwei Jahre im Vakuum überlebt.

Conrad und Bean führten zwei EVAs (Extravehicular Activities) durch und starteten am 20. November 1969, 14:25:47 (UTC) wieder vom Mond, nachdem sie dort mehr als einen Tag verbracht hatten. Doch selbst nachdem die Astronauten wieder im Command Module waren, wurde ein weiteres wissenschaftliches Experiment zur Erkundung des Mondes durchgeführt: Das Lunar Module wurde zum Mond zurückgeschickt, um dort aufzuschlagen und ein Mondbeben auszulösen. Die Auswirkungen dieses Bebens wurden aufgezeichnet und dienten der Kalibrierung von Mond-Seismographen.

Am 14. November 1969 kamen die Astronauten schließlich wieder wohlbehalten auf der Erde an. Sie brachten zahlreiche Gesteinsproben mit, deren Untersuchung einige Jahre später zu einer neuen Theorie über die Entstehung des Mondes führte: Ein Protoplanet (genannt Theia) kollidierte nach dieser Theorie mit der Ur-Erde (Gaia). Der Mond soll sich dann aus den Trümmern dieser Kollision gebildet haben. Aspekte wie die Ähnlichkeit der Zusammensetzung irdischen und lunaren Gesteins zusammen mit der im Verhältnis zu Erde geringeren Dichte des Mondes sprechen für diese Theorie. Bewiesen ist die Kollisionstheorie bis heute nicht. Dennoch ist es eine plausible Theorie der Mondentstehung.

Apollo 12 war nicht nur ein voller Erfolg, sondern auch die erste Apollo-Mission, die stärker wissenschaftlich orientiert war, als ihre Vorgänger.